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Bienenfresser im Gleitflug

Abbrüche an der Halde Klobigkau

Bienenfresser lieben es warm. Aber noch wichtiger für sie ist eine offene naturbelassene Landschaft, die ihnen Insektenreichtum beschert. Der Artenreichtum an Pflanzen gerade hier auf den unbehandelten und ungedüngten Flächen, dazu kommt noch die Planzenvielfalt aufgrund der kalkhaltigen Böden und Magerflächen ist geradezu ein Paradies für Insekten und diese wiederum die Hauptspeise der Bienenfresser.

Dies sind hervorragende Bedingungen für die Bienenfresser und die Aufzucht ihrer Jungen rund um den Geiseltalsee. Und offensichtlich gefällt es diesen faszinierenden Vögeln hier. Denn jedes Jahr kehren sie zurück, um hier zu brüten und ihre Jungen aufzuziehen. Trotz der manchmal späten Anreise aus dem Süden wegen eines lang anhaltenden Winters, trotz so mancher widriger Wetterbedingen, wie Schlechtwetterperioden, Kälte und langanhaltende Nässe, ziehen die Bienenfresser immer wieder viele Jungen groß.

Bienenfresser mit erbeutetem Insekt

Die Naturschutzinsel im Geiseltalsee

Die in Deutschland streng geschützte Art hat am Geiseltalsee mehrere Kolonien gegründet. So vor allem am Südhang der Halde Klobigkau, im Bereich der Innenkippe (Halbinsel), auf der Insel selbst und auch am Runstädter See, in Sichtweite zum Geiseltalsee.

 

Dabei werden zum Graben der Brutröhren Abbruchkanten, also steile Hänge aus Lehm, Ton und Kies, die nicht zu stark verdichtet sein durfen, besonders bevorzugt. Wichtig ist auch die Nähe zu mehr oder weniger großen Gewässern, auch Flußufern, ein gutes Futterangebot  und auch Schlafbäume.

 


Bienenfresser-Jungvogel

Wenn all diese guten Bedingungen zusammenkommen und vor allem auch des Wetter mitspielt, werden dann in jährlich einer Brut 4 - 8 Eier bebrütet von beiden Bienenfressern, Männchen und Weibchen. Flügge werden aber meist nur 3 - 5 Jungvögel.  Bei schlechtem Wetter oder gar lang anhaltendem Regen über Tage sind die Jungvögel stark gefährdet, denn Insekten lieben auch den Sonnenschein, und das Futter könnte unter diesen Umständen knapp werden.


Großlibellen und Hummeln als Nahrung

Nach der Brutzeit ziehen die Bienenfresser mit ihren Jungen quer durch die Landschaft. Dabei haben sie spezielle Vorlieben zu den umliegenden Ortschaften entwickelt. Die Jungen werden aber auch noch nach Verlassen der Brutröhren fleißig von den Altvögeln gefüttert.

In geselliger Runde, oft mehr als 20 Bienenfresser, jagen sie dann vor allem in den späten Morgen- und frühen Abendstunden nach Insekten. So werden sie immer wieder direkt in Mücheln im Tal an der Geisel, aber auch auf dem Berg in den Wohnsiedlungen, und auch in Oechlitz und Grosskayna gesehen und vor allem gehört.

© by Christine Lattke